Wer diese Seite regelmäßig besucht, kennt Andreas Heinrich schon. Mit dem Betreiber des Forums Alpines Angeln haben wir einen wunderschönen Tag auf dem Tegernsee verbracht. Die Videos dazu gibt’s HIER und HIER. Diesmal war der passionierte Fliegenfischer am Isarstausee unterwegs, um den Salmoniden nachzustellen. Die packende Reportage und viele schöne Fotos eines “Bavarian Summers” gibt’s nach dem Klick auf Weiterlesen.
Als ich am Morgen des 23. Oktobers 2011 los sprintete, um für Stuart und Felix die Tageskarten für den Isarstausee Bad Tölz zu organisieren, zeigte das Außentermometer gerade 5,4 Grad MINUS! “Ganz schön schattig”, dachte ich. Schnell rein ins Auto und die Karten abholen. Kaum war ich wieder zu Hause, standen schon die beiden bestens gelaunten Tagesgäste vor meiner Tür. Als wir am Isarstausee, der übrigens mitten in Bad Tölz liegt, begrüßte uns nach der kalten, sterenklaren Nacht ein Indian-Summer, der selbst die First-Nation von British-Columbia vor Neid erblassen lassen würde.
Nach dem nicht zu vernachlässigenden Hochwasser der letzten Woche - immerhin kamen da ein paar Hundert Kubikmeter kaffeebrauner Brühe durch Tölz geschossen, die Schleusen des Stausees waren für eine Woche komplett geöffnet und der See wie leergefegt - gingen die Erfolgsaussichten gedanklich eher gegen Null. Deshalb ließen wir es auch ruhig angehen. Ein kleiner Morgenspaziergang zum Stauwehr, um den sich dort hochwasserbedingt angesammelten Hechten, Aitel, Karpfen und Äschen einen Besuch abzustatten.
Herrliche Fische standen unterhalb des Wehrs. In Zahl und Größe nicht zu verachten - für uns als Nicht-Mitglieder des Tölzer Fischereivereins jedoch verboten zu befischen. Doch die Hoffnung, dass der ein oder andere schöne Fisch den Aufstieg durch die Fischtreppe in den Stausee angetreten haben könnte, war vorhanden.
So fuhren wir zu unserem Ausgangspunkt, den ersten hundert Metern des Stausees zurück. Wir wollten schließlich unser Glück im Fliegenfischen suchen und die ersten hundert Meter, gleich nach der Fußgängerbrücke, sind dafür wie geschaffen. Watend gut zu erreichen, das Wasser nicht zu tief und hin und wieder eine tiefe Rinne: Der Teil bietet alles, was das Fliegenfischerherz begehrt.
Wir sollten nicht enttäuscht werden. Überraschenderweise bekamen wir schon nach kurzer Zeit die ersten Bisse. Auch Stuart, unser Spezl aus Köln, konnte einen Fisch haken. Allerdings leider nur kurz. Longline Release ohne Sichtkontakt - na prima. Oder doch ein Hänger? Als nach wenigen Würfen jedoch auch Felix behauptete, zwei Bisse gehabt zu haben, keimte in uns die Hoffnung auf Fisch vollends auf.
Das Wasser stand mir nicht nur sprichwörtlich bis zum Hals - als meine Fliege plötzlich wie aus dem Nichts genommen wurde. Am anderen Ende heftige Gegenwehr - wütende Schläge mit dem Kopf ließen eine Äsche vermuten. Tatsächlich, und was für eine! Wahnsinn! Sicher konnte ich das herrliche Tier landen, schonend abhaken und schwupps ins kühle Nass zurück gleiten. Felix und Stuart rückten auf, denn wo eine Äsche ist, sind bekanntlich noch mehr.

Drill mit Zuschauern. Wenn die Rute sich so krümmt, erregt das natürlich die Aufmerksamkeit der Spaziergänger.
Ich warf erneut in Richtung der ersten Bisstelle - und hatte sofort erneut Fischkontakt. Auch diesmal eine Äsche und wieder so ein herrliches Tier. Hut ab, das geht ja gut ab!
Und so fischten wir konzentriert die nächste Zeit weiter. Die Äschen ließen uns nicht im Stich.
Weiter in Richtung Isarsteg vermuteten wir ein paar schöne Aitel (für alle nicht Bajuwaren: Döbel, Anmerk. d. Red.). Es kam jedoch besser; neben herrlichen Aitel hatte Stuart auch schon die erste Forelle des Tages am Haken. Es folgte auch prompt eine Forelle bei Felix, ein Aitel bei mir, einer bei Stuart und nach dem letzten Doppeldrill waren wir wie in Trance. Die herrlich gezeichneten Regenbogenforellen konnten es farblich durchaus mit dem bunten Blattwerk um uns herum aufnehmen.
Die Nymphe fing, die Trockenfliege fing - ja wo gibst denn so was. Einfach herrlich - Fliegenfischen vom Feinsten. Hin und wieder nahmen kleine Regenbogenforellen unsere Makro-Trockenfliegen. Da die nie besetzt worden waren, musste es sich um natürliche Nachkommen handeln. Toll!

Die Forellen reproduzieren sich in dem Gewässer offensichtlich selbst. Besatz in der Größe wird jedenfalls nicht getätigt.
Und es wollte nicht aufhören. Felix stolperte am Nachmittag schier über ein “Äschen-Loch”. Binnen kurzer Zeit konnte er auf wenigen Quadratmetern mehrere sensationelle Äschen dingfest machen. Darunter einen echten Kracher. Während Stuart und ich nur wenige Meter weiter Forellen und Aitel fingen. Summa summarum waren es am Ende des Tages unerwartet viele Äschen, zahlreiche Aitel und mehrere schöne Forellen - und unser Grinsen ging bis hinter die Ohren! Was für ein Traumtag beim Fliegenfischen. Und das Downtown in Tölz! Herz was willst du mehr!
Stuart aus Köln, Felix aus München und Andreas aus Tölz
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Felix hat die Äschen gefunden. Auf wenigen Quadratmetern kann er gleich mehrere Fahnenträgerinnen überlisten.
Schlagworte: Bayern, Fliegenfischen, Forelle














Sehr schöner Bericht und richtig tolle Fotos, von solchen Fischen können wir hier leider nur noch träumen. Schon traurig, wenn man sich an die schönen Wintertage mit großen Äschen erinnert …
Glückwunsch! Schönstes Wetter, schöne Fische was will man(n) mehr!
Tolles Wasser und wunderbare Fische. Schöner Bericht!
echt abgefahren!!!bin bissl neidisch!! petri
Super Bilder
Mir persönlich gefällt das Ohne Worte Bild am besten.
hmmm sollte ich vielleicht auch mal probieren dann lohnt sich die schülerkarte nach tölz auch mal ^^
bin aber leider kein fliegenfischer