Mehr als Fische fangen

belly_gastangleranlandBei unserem ersten gemeinsamen Angeln fingen wir einen Kaulbarsch und eine Brasse mit fettem Geschwür. Mitten in Berlin saßen wir an einem damals noch ziemlich dreckigen See. Hinter uns ragten die Ruinen einer alten Fabrik in den Himmel. Vor uns lag ein halb verrotteter Kahn im Wasser, auf dem Stadtstreicher ein lautes Saufgelage abhielten. Zu allem Überfluss erhielten wir regelmäßig Besuch von fetten Stadtratten, die es auf unser Anlockfutter abgesehen hatten.

Trotzdem hatte uns die Angelleidenschaft voll gepackt. Immer häufiger antworteten wir unseren Freunden und Bekannten auf die Frage: “Kommt Ihr mit in die Kneipe?” mit einem kurzen “Nö, wir gehen angeln.” Das stieß auf Unverständnis. Waren Angler nicht diese Typen, die den ganzen Tag stumpf am Wasser saßen und haufenweise Dosenbier in sich rein schütteten?

Klar gibt’s die auch - im Berliner Jargon “Bonken” genannt. Die Gastangler bei der ArbeitViel häufiger haben wir aber tolle Leute, passionierte Angler, irre Typen, kurz: faszinierende Charaktere am Wasser getroffen, die viel Interessantes zu erzählen haben. Und zwar nicht nur übers Angeln. Diese Begegnungen waren es, aus denen heraus die Idee für “Die Gastangler” geboren wurde. Denn Angeln ist mehr als Fische fangen!

Krischan und Georg

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